Ausbildung

Wir bilden für Schauspiel und Regie sowie für die Praxis des angewandten Theaters aus. Unsere Absolventen sind Theatermacher. Sie spielen auf der Bühne und vor der Kamera, inszenieren eigene Stücke und können Bildungsprozesse mit angewandtem Theater anstoßen.

In unserer Praxis wird aus individuellen Kenntnissen und allen Einzelleistungen im Zusammenspiel des Ensembles ein gemeinsames Werk. Die Ausbildung zum Schauspiel bezieht sich auf anerkannte Lehren und Praktiken z.B. von Konstantin Stanislawski, Michael Tschechow oder Jacques Lecoq. Für die Regiequalifikation orientieren wir uns u.a. an Peter Brook oder Mike Alfreds. Schließlich untersuchen wir die vielfältigen Formen des angewandten Theaters und dessen Praxis. Wobei immer die praktische Herangehensweise und die handwerkliche Erprobung der verschiedenen Techniken im Vordergrund steht.

Die Kernkompetenzen in den Bereichen Schauspiel, Stimme, Bewegung, Gesang, Musik sowie Regie und Spielleitung werden regelmäßig durch Kurse wie Bühnenkampf, Maske oder Tanz erweitert. Ein künstlerisches Körper- und Bewegungstraining mit unterschiedlichen Methoden und einem Schwerpunkt in der Laban-Technik ist kontinuierlicher Bestandteil der Ausbildung. Im Training werden die instinktiven Potenziale bewusste und damit reflektierte Fertigkeiten.

Kurse, Workshops, Seminare und Vorführungen sind so gestaltet, dass sie die erarbeiteten Einzelfertigkeiten wie Bewegung, Stimme, Musik, Szenen- und Rollenarbeit zusammen führen. Die Schwerpunkte der verschiedenen Semester beschäftigen sich teils mit den Grundlagen des Spiels, wie Ritual, Trance, Ekstase oder Kampf, mit archaischen Figuren wie Clowns oder der Meute der Bouffons und mit Grundlagen wie Rolle, Figur, Szenenarbeit und Ensemblespiel. Jeder Schüler erarbeitet in diesem Zusammenhang mehrere Solopräsentationen, auch eine eigene musikalische Darbietung. Die Ergebnisse werden regelmäßig in internen Werkschauprogrammen präsentiert.

Flankiert wird dieses Programm durch regelmäßige Theorieeinheiten zu Theatergeschichte, Spieltheorie, Bühnenraum, Philosophie und Kunst, Marketing, sowie durch Deutschunterricht und Sozialkunde. Praktische Fertigkeiten werden erworben im Bereich Theaterhandwerk, Masken-, Puppen-, Requisiten-oder Bühnenbau, Grundlagen der Elektrik, Sicherheitsvorgaben und Arbeitsschutz sowie Herstellung von Fotopräsentationen und Videotrailern.

Im ersten Jahr hospitieren die Schüler in Theaterprojekten des FestSpielHauses, im folgenden Jahr produziert jeder Schüler ein eigenes Theaterprojekt. Im letzten Ausbildungsjahr erarbeiten die Schüler zwei komplette Inszenierungen, eine Komödie sowie eine Tragödie, die jeweils öffentlich gezeigt werden. Absolventen spielen regelmäßig im professionellen Ensemble des FestSpielHauses, der Theatertruppe Yorick’s Company oder in Kindertheaterstücken.